Heinz Benten stellt den Notfallnachsorgedienst unter dem Thema „Hilfe das Schicksal hat zugeschlagen“ vor

Walter Morlock, Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Wittendorf, begrüßte die Zuhörer und gab bekannt, dass die Vortragsreihe auch im Jahr 2018 weitergeführt werde. Man habe schon einige interessante Ideen auf der Liste und werde wieder rechtzeitig durch die Medien über Themen und Termine informieren.

Heinz Benten vom DRK-Notfallnachsorgedienst, begann seinen Vortrag mit einer kurzen Vorstellung. Seine Tätigkeit im Roten Kreuz unterscheide sich in vielen Dingen vom normalen Dienst in der Hilfsorganisation. Es gehe in erster Linie darum, Menschen in schweren Situationen zu helfen, unterstützen oder zu betreuen.

Er betonte, dass man die Notfallnummer 112 wählen kann, wenn man mit einer schwierigen Lebenssituation nicht klarkommt. Die Leitstelle stelle dann den Kontakt mit einem Notfallnachsorger her. Es handle sich dabei nicht um ausgebildete Psychologen oder Psychiater, sondern um speziell geschulte Helfer bzw. geistliche. Solche Ausnahmesituationen könnten zum Beispiel entstehen, wenn Menschen Zeugen von schweren Unfällen oder Bränden werden, eine Todesnachricht erhalten oder Verstorbene identifizieren sollen. Der Notfallnachsorgedienst kommt in diesen Fällen zu den Betroffenen nach Hause, zum Einsatzort oder auf Wunsch auch an einen neutralen Ort.

 

Die Notfallseelsorger sind meist Pfarrer und geistliche, die bereits in ihrem Theologiestudium an das Thema herangeführt wurden. Die Notfallseelsorge kümmert sich vor allem um Opfer und Betroffene. Die Begleitung in solchen Situationen ist sehr zeitintensiv, da hier seelisch sehr behutsam vorgegangen werden muss.

Die Ausbildung zum Notfallnachsorger umfasst 3 Ausbildungsgrade. Erst nach Abschluss aller Stufen ist man Einsatzfähig. Die Notfallnachsorge teilt sich in zwei Bereiche auf, der erste Bereich gleicht der Notfallseelsorge und ist für Betroffene gedacht.
Der zweite Bereich betrifft die Einsatzkräfte. Nach einem belasteten Einsatz können diese die Notfallnachsorge in Anspruch nehmen. Diese Einrichtung steht aber nicht nur den Helfern vom DRK zur Verfügung, sondern auch den anderen Hilfs- und Rettungsorganisation wie z.B. Feuerwehr, DLRG, Johanniter, Maltester, THW, usw.

Im Landkreis Freudenstadt gibt es momentan sehr wenig Einsätze für die Notfallnachsorge. Im Jahr sind es durchschnittlich 30 – 40 Einsätze die sich auf 8 Notfallnachsorger (DRK) und 15 Notfallseelsorger (Geistliche) verteilten.

Im Anschluss an den Vortrag bedankte sich Walter Morlock für den interessanten Vortrag und lud zu einem kleinen Imbiss ein, bei dem Heinz Benten noch offene Fragen beantworten konnte.