DRK Wittendorf schult Umgang mit Defibrillatoren

Wittendorf.
von Benjamin Maser

Jeder kann Leben retten! Der plötzliche Herztod ist mit 100.000 Opfern jährlich eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Die Betroffenen haben meist nur eine Chance, wenn sofort Hilfe geleistet wird. Diese Maßnahmen müssen in der Regel von Laien, die sich in nächster Nähe befinden, durchgeführt werden – denn bereits nach fünf Minuten ohne Herzdruckmassage bleiben in den meisten Fällen irreparable Schäden zurück.

Seit Herbst 2016 stellt die Björn-Steiger-Stiftung im gesamten Landkreis Freudenstadt AED-Säulen auf und macht auf diese Weise die Region herzsicher. Mithilfe dieser AED-Geräte (automatisierte externe Defibrillatoren) konnten im vergangenen halben Jahr bereits zwei Leben gerettet werden.

Die Anwendung dieser Geräte ist leicht und für jeden machbar. Um zusätzliche Sicherheit zu vermitteln bietet die Björn-Steiger-Stiftung zusammen mit dem DRK-Kreisverband Freudenstadt öffentliche Schulungen zur Herz-Lungen-Wiederbelebung an.

Eine solche Schulung bot nun auch der DRK-Ortsverein Wittendorf an.
Walter Morlock, Vorstand des Ortsvereins Wittendorfs zeigt sich erfreut das einige Mitbürger aus Wittendorf den Weg ins DRK- Heim gefunden hatten und begrüßte zusammen mit Michael Müller, dem Projektleiter der Aktion Herzsicherer Landkreis, alle Anwesenden.

Jeder könne einen AED bedienen, wie das funktioniert, solle der Abend zeigen, so Müller. Außerdem zeigte er sich erfreut, dass man im Landkreis Freudenstadt mit dem DRK einen so guten Kooperationspartner gefunden habe.

Erste-Hilfe-Ausbildern Sophie Randecker, zeigte im Anschluss auf, was getan werden muss, wenn man auf eine leblose Person trifft. Neben Ansprechen und Anfassen spielt dabei die Atemkontrolle eine wichtige Rolle. Sollte man keine Atmung wahrnehmen, gehe man von einem Herzstillstand aus. In diesem Fall gelte es unverzüglich die Reanimation einzuleiten. Die Zuhörer lernten, dass zunächst der Oberkörper freigemacht wird und dann mit der Herzdruckmassage begonnen wird. Genauso wichtig ist das Absetzen des Notrufs. Im Zeitalter des Handys kann dies über die Freisprecheinrichtung sogar parallel verlaufen. Auf der Rettungsleitstelle sitzen ausgebildete Personen, welche im Notfall genau anleiten können, was zu tun ist.

Es folgte eine Erklärung zum AED Gerät, um danach an einem Fallbeispiel aufzuzeigen wie dieses bedient wird. Mit Hilfe eines Anwesenden, wurde ein solcher Notfall durchgespielt. Die erste Person sollte sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen, während die zweite Person den Defibrillator besorgt. Die Teilnehmer lernten, wie die Elektroden auf den Körper aufgeklebt werden. Sobald das Gerät eingeschaltet ist, weißt dieses an, was genau zu tun ist. „Man kann also nichts falsch machen, das Gerät erklärt einem Schritt für Schritt was zu tun ist. Und es gibt auch nur einen Schock frei, wenn dieser wirklich gebraucht wird“, so die Ausbilderin. Wichtig sei vor allem, sofort mit den Maßnahmen zu beginnen.

Walter Morlock ergänzte, dass man nicht erschrecken soll, wenn man ein Gerät aus der Halterung holt, da beim Öffnen des Kastens eine Sirene ertönt. „Dies ist dazu da, um andere Menschen darauf Aufmerksam zu machen, um weitere Hilfe zu bekommen.“

Im Anschluss konnten alle Anwesenden, den Umgang mit dem Gerät üben und dabei weitere Fragen an die Fachleute stellen.

Die Standorte von Defibrillatoren in Wittendorf und Loßburg:
Loßburg:
in der Kreissparkasse – im Geldautomatenausgabebereich
Öffnungszeiten: Täglich: 24h

Loßburg – Wittendorf:
In der Volksbank – Geldautomatenbereich
Öffnungszeiten: 24h

Alle Standorte im Landkreis Freudenstadt finden sie unter folgender Adresse:
https://www.steiger-stiftung.de/download/page/maps/automatisierte-externe-defibrillatoren.html?data=aeds_Freudenstadt.csv